Thilo Schmidt | Journalist aktualisiert am 20.03.2017
VISIONEN
VITRINE
VITA
VISITENKARTE
Foto: Lilo Tadday, Helgoland
DER ALTE MANN UND SEIN ERBE

KREUZTAL, FRIEDRICH FLICK UND DIE SCHATTEN DER VERGANGENHEIT. 2008 wurde das dem Kriegsverbrecher Friedrich Flick benannte Gymnasium in Kreuztal umbenannt - nach einer heftig geführten Auseinandersetzung. Journalisten aus ganz Europa kamen in die Kleinstadt im Siegerland, auch wir hatten mehrfach aus Kreuztal berichtet. Ermöglicht, so sagen Beobachter, wurde die Umbenennung, weil sich der damalige Bürgermeister Rudolf Biermann gegen große Widerstände für eine Umbenennung einsetzte. Ein Jahr später wurde er als Bürgermeister abgewählt, nachdem ihn selbst seine eigene Partei schnitt. Was bewegt Kreuztal?
Deutschlandradio Kultur - Länderreport, 20. März [Hören ...]
WHO THE FUCK IS FRIEDRICH FICK?

In Würzburg ist eine Straße nach Friedrich Fick benannt. Fick, nicht Flick. Das finden einige Anwohner, nun ja, ein bisschen vulgär. Und weil sie rot anlaufen, wenn sie nach ihrer Adresse gefragt werden, finden sie, der Name muss weg. Nun beschäftigte sich der Würzburger Stadtrat mit der, äh, dings. Fick-Affäre.
Deutschlandradio Kultur - Länderreport, 28. Februar [Hören ...]

AUSSAGE GEGEN AUSSAGE.

VOM SCHWIERIGEN UMGANG MIT VERGEWALTIGUNGSVORWÜRFEN. Sexuelle Gewalt gegen Frauen ist verbreiteter, als man glaubt. Allerdings: Falsche, teils böswillige Vergewaltigungsvorwürfe auch. Das ist nicht erst seit dem Fall Kachelmann bekannt. Ralf Witte saß fünf Jahre unschuldig im Gefängnis - wegen eines Vergewaltigungsvorwurfes, der so nie hätte zur Anklage kommen dürfen. Ein beispielloses Versagen der Justiz hat dieses Fehlurteil möglich gemacht. Wem soll man warum (nicht) glauben und wo enden die Möglichkeiten der Kriminologie?
Deutschlandradio Kultur - Zeitfragen, 13. Februar [Hören ...]
STILLE IN NEUKÖLLN. DER MORD AN BURAK BEKTAS

2012 wurde in Berlin-Neukölln der 22-jährige Burak Bektas erschossen. Zwei seiner Freunde wurden schwer verletzt. Der Täter schoss in aller Ruhe, ohne Vorwarnung und verschwand unerkannt in der Dunkelheit. Der Tathergang erinnert an die Morde des NSU. Die Ermittlungen kommen nicht voran. Dem konkreten Hinweis auf einen Mann, der Nazi-Devotionalien sammelte und in der Gegend Schießübungen machte, wurde nicht nachgegangen. 2015 regte sich dieser Mann in einer Bar in Neukölln darüber auf, dass hier "kein Deutsch mehr gesprochen werde". Am selben Abend erschoss er den Briten Luke Holland. Den Mord an Burak Bektas konnte man ihm nicht nachweisen.
SWR2 - Tandem, 06. Februar [Hören ...]
SPÄTE EHRUNG. RUDOLF BIERMANN IM PROFIL

Nach anfänglicher Abwägung und Zurückhaltung setzte sich der damalige Bürgermeister Rudolf Biermann dafür ein, das Friedrich-Flick-Gymnasium in Kreuztal umzubenennen. Kurz zuvor hatten ehemalige Schüler eine Initiative gestartet, mit der sie die Rolle des Kriegsverbrechers hinterfragten und seine Ehrungen und Würdigungen in seiner Heimatstadt kritisierten. Mit seinem Eintreten für eine Umbenennung des Gymnasiums und für eine Beschäftigung mit den Opfern Flicks und seiner Rolle als Kriegsverbrecher fiel er in Ungnade in der Stadt. Bei der Bürgermeisterwahl ein Jahr später empfahlen Wahlkämpfer der CDU, den eigenen Kandidaten Biermann nicht zu wählen. Und der einst beliebte Biermann wurde abgewählt. Nun erhält er eine späte Ehrung: Von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft wird ihm der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen.
Deutschlandradio Kultur - Profil, 18. Januar [Hören ...]