Thilo Schmidt | Journalist aktualisiert am 14.09.2021
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Foto: Lilo Tadday, Helgoland
DIE URANGST VOR DEM ABSAUFEN

Moore sind Klimaretter – wenn sie gesund sind. Sie speichern enorme Mengen an Treibhausgasen. Entwässerte Moore dagegen sind Klimakiller, weil sie enorme Mengen an CO2 ausatmen. In Mecklenburg-Vorpommern, das zu zwölf Prozent aus Mooren besteht – die meisten trockengelegt und landwirtschaftlich genutzt – sind sie mit über 30 Prozent der größte Einzelemittent an Treibhausgasen. Und so ist Klimaneutralität kaum erreichbar ohne die Renaturierung, also die Wiedervernässung von Mooren. Entlang der Peene in Vorpommern sind bereits viele Moore wiedervernässt, weitere sollen folgen. Doch die CDU Vorpommern-Greifswald unter Führung von Philipp Amthor hat das Thema für den Wahlkampf entdeckt – und warnt vor „Enteignung“ der Landnutzer und vor dem „Absaufen“.
Deutschlandfunk Kultur - Länderreport, 08.September [Hören...]
DIE UERDINGER LINIE. DER MUNDART-ÄQUATOR

Die Uerdinger Linie trennt Nord- und Süddeutschland. Genauer: die niederdeutschen (also die norddeutschen) von den hochdeutschen (also süddeutschen) Dialekten. Begründet wurde sie im 19. Jahrhundert von Georg Wenker, einem Sprachwissenschaftler und Dialektforscher, der 40 Sätze erdachte, die die Schüler der Dorfschulen aufsagten. Und die Lehrer schrieben in Lautschrift mit. Und zwar in jedem Dorf des damaligen Deutschen Reiches. Zwar schwächen sich Dialekte mit der Zeit ab, aber in manchen Gegenden hat die Uerdinger Linie wenig von ihrer Trennschärfe verloren. Zum Beispiel im Sauer- und im Siegerland – die beiden Landstriche in Nordrhein-Westfalen trennt die Uerdinger Linie exakt voneinander. Was bis heute zu hören ist.
Deutschlandfunk Kultur - Länderreport, 06. September [Hören...]
FÜR WEN SCHEINT DIE SONNE IM SYDOWER FLIEß?

In Tempelfelde in Brandenburg soll auf einer Fläche von 200 Hektar ein Solarpark entstehen. Windräder gibt es schon, natürlich in gebührendem Abstand. Nun rückt die Energiewende dem Dorf noch ein Stück näher auf die Pelle. „Klimaschutz? Gerne, aber nicht so nah am Dorf“, diesen Satz hört man öfter.
Deutschlandfunk Kultur, 09. Juni [Hören ...]