Thilo Schmidt | Journalist aktualisiert am 20.09.2019
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Foto: Lilo Tadday, Helgoland
BLÜHENDE LANDWIRTSCHAFTEN

Die Transformation der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften der DDR nach  1990 ist eine der wenigen Erfolgsgeschichten der Wendezeit. Was an der Betriebsgröße lag, durch die die LPG schon zu DDR-Zeiten effektiver wirtschafteten als die bäuerlich geprägten Betriebe im Westen. Was aber vor allem daran lag, dass der Grund und Boden, die Äcker, Wiesen und Felder, mehrheitlich nicht im Staatseigentum waren - und somit auch nicht von der Treuhand vermarktet wurden. Und ohne die Agrargenossenschaften im Osten hätte es den Bio-Boom der letzten 20 Jahre nicht gegeben.
Deutschlandfunk, Hintergrund, 20.09. [Hören ...]

ÜBERHITZTE KONJUNKTUR

Hitze und Dürre werden zunehmend zur Gefahr für die Wirtschaft in Deutschland. Im vergangenen Jahr hat der Rekordsommer zu einem Abschwung in Milliardenhöhe geführt. Stehen bald ganze Geschäftsmodelle infrage?

Es war ein Rekordsommer in jeder Hinsicht: 2018 ging als das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte ein, zugleich regnete es kaum. Meteorologen sprechen von einer klimatologisch einzigartigen „Wetteranomalie“, die bis in den Dezember anhielt. Das hat Folgen: für unser Wohlbefinden, für Flora und Fauna, aber auch für die Wirtschaft. Freuen konnten sich höchstens die Brauereien, die deutlich mehr Getränke verkauften. Dagegen ist alleine der Landwirtschaft ein Schaden in Höhe von drei Milliarden Euro entstanden. Chemiefabriken und Raffinerien am Rhein waren wegen der niedrigen Pegelstände mit voll beladenen Schiffen nicht mehr erreichbar, auf der Elbe war der Schiffsverkehr zeitweise ganz eingestellt. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat berechnet, dass Hitze und Dürre das Wachstum in Deutschland um 0,2 Prozentpunkte gebremst haben. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und ein Rekordsommer macht noch keine Wirtschaftskrise. Doch sollten sich die Dürreperioden verstetigen, dann stehen ganze Geschäftsmodelle infrage.
Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen-Feature, 17.09. [Hören...]