Thilo Schmidt | Journalist aktualisiert am 09.05.2017
VISIONEN
VITRINE
VITA
VISITENKARTE
Foto: Lilo Tadday, Helgoland
ALS NEONAZIS DIE ELBTERRASSEN STÜRMTEN

Vor 25 Jahren überfielen Neonazis in Magdeburg eine Geburtstagsparty, bei der Punks feierten, mit Baseballschlägern und Stahlrohren. Die von Nachbarn verständigte Polizei beobachtet das Geschehen aus der Ferne, greift aber nicht ein. Erst als die Schläger abziehen, nähern sich die Beamten, nehmen die Personalien der Angegriffenen auf und durchsuchen sie nach Waffen. Der damals 22-jährige Torsten Lamprecht erleidet durch den Überfall einen offenen Schädelbasisbruch. Er verstirbt zwei Tage später, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Von den 30 Angreifern, die ermittelt werden konnten, werden nur vier verurteilt. Drei zu Bewährungsstrafen, einer zu vier Jahren Haft. Wer Torsten Lamprecht ermordet hat, ist bis heute nicht geklärt.
Dlf Kultur, Länderreport, 09. Mai [Hören ...]
ARTIKEL FÜNF ABSATZ EINS. RECHTSPOPULISMUS UND PRESSEFREIHEIT

Seit Rechtspopulisten und ihre Anhänger „Lügenpresse“ skandieren und Journalisten verbal attackieren, kommt es auch verstärkt zu tätlichen Angriffen. Arndt Ginzel aus Leipzig erlebt das regelmäßig. Auf Pegida- und Legida-Demonstrationen beobachtete er, wie Reporter durch die Straßen gejagt und getreten wurden, wie ihre Ausrüstung zerstört wurde. Manch einer berichtet nur noch mit Personenschutz von solchen Veranstaltungen. Die Pressefreiheit ist im Grundgesetz verankert. Für den Journalisten Arndt Ginzel ist sie ein hohes Gut. Er wurde in der Türkei und in der Ostukraine festgenommen. Und in Deutschland? Werden Journalisten bei rechtspopulistischen und asylfeindlichen Demonstrationen bedroht. Ginzel sah, wie Fotografen die Kameras zerstört wurden, muss sich als Journalist körperlich schützen, wenn er von Pegida-Aufmärschen berichtet. Die Pressefreiheit in Deutschland ist von unten bedroht.

SWR2, DLF Kultur, DLF. [Weiter ...]

BABYLON IN BERLIN. WARTEN AM ZENTRALEN OMNIBUSBAHNHOF

Von Berlin nach Kiew, nach Bukarest, Paris, Zagreb oder Istanbul - wer billig reisen will und womöglich viel Gepäck dabei hat, der fährt mit dem Bus. Der Zentrale Busbahnhof in Berlin ist Drehkreuz für alle, die sich mit viel Sitzfleisch auf solche Reisen begeben: ein kunterbuntes Babylon, laut, hektisch, schmutzig. Vorfreude trifft auf Abschiedsschmerz. Backpacker auf Wanderarbeiter. Die Anlage ist schon über 50 Jahre alt, überfüllt und überfordert, nun wird sie modernisiert. Dann ist es vorbei mit dem Warten in der orangefarbenen Plastikschale.
Deutschlandradio Kultur - Die Reportage, 16. April [Hören ...]
DER ALTE MANN UND SEIN ERBE

KREUZTAL, FRIEDRICH FLICK UND DIE SCHATTEN DER VERGANGENHEIT. 2008 wurde das dem Kriegsverbrecher Friedrich Flick benannte Gymnasium in Kreuztal umbenannt - nach einer heftig geführten Auseinandersetzung. Journalisten aus ganz Europa kamen in die Kleinstadt im Siegerland, auch wir hatten mehrfach aus Kreuztal berichtet. Ermöglicht, so sagen Beobachter, wurde die Umbenennung, weil sich der damalige Bürgermeister Rudolf Biermann gegen große Widerstände für eine Umbenennung einsetzte. Ein Jahr später wurde er als Bürgermeister abgewählt, nachdem ihn selbst seine eigene Partei schnitt. Was bewegt Kreuztal?
Deutschlandradio Kultur - Länderreport, 20. März [Hören ...]
WHO THE FUCK IS FRIEDRICH FICK?

In Würzburg ist eine Straße nach Friedrich Fick benannt. Fick, nicht Flick. Das finden einige Anwohner, nun ja, ein bisschen vulgär. Und weil sie rot anlaufen, wenn sie nach ihrer Adresse gefragt werden, finden sie, der Name muss weg. Nun beschäftigte sich der Würzburger Stadtrat mit der, äh, dings. Fick-Affäre.
Deutschlandradio Kultur - Länderreport, 28. Februar [Hören ...]