Thilo Schmidt | Journalist aktualisiert am 17.01.2022
VISIONEN
VITRINE
VITA
VISITENKARTE
Foto: Lilo Tadday, Helgoland
VON DER HAND IN DEN MUND - SCHAUSPIELERIN NICOLE GOSPODAREK IM PROFIL

Nicole Gospodarek ist Schauspielerin. Und musste schnell feststellen, dass Schauspielerei oftmals nicht Geld und Glamour bedeutet. Sie war jahrelang selbständig, hat ihre eigenen Puppentheater-Stücke vermarktet. Doch zum Leben reichte das für sie und ihren Sohn nicht. Zeitweise hatte sie bis zu fünf Nebenjobs. Im September 2020 dann wurde sie von einem Kindertheater in Frankfurt (Oder) engagiert – eine Atempause. Doch auch dieses Engagement ist befristet. Für die meisten Schauspieler bedeutet ihr Beruf Berufung. Für viele aber auch: Leben am Limit. Ein Beitrag im Rahmen der Deutschlandradio-Denkfabrik 2022: „Von der Hand in den Mund. Wenn Arbeit kaum zum Leben reicht.“
Deutschlandfunk Kultur, 05. Januar [Hören...]
DER KIRCHENUMZUG VON KLEINWUDICKE

Die Glocke bleibt in Kleinwudicke, denn die war einst eine Spende der Bürger an ihr Dorf. Der Rest der Kapelle des kleinen Dorfes im Havelland zieht um, ein paar Dörfer weiter, nach Jerchel. Denn in Jerchel gibt es keine Kirche – und in Kleinwudicke keine Gläubigen. Die kleine Kapelle aus dem 18. Jahrhundert verfiel zusehens, zuletzt musste sie eingezäunt und gestützt werden. Nun wird sie abgebaut, Stein für Stein und Balken für Balken, und in Jerchel wiederaufgebaut. Ohne Glocke allerdings. Aber: Es gab schon mal eine Kirche in Jerchel. Die wurde 1982 abgerissen. Und auch das eine Fügung: Die Jercheler ihrerseits wollten ihre Glocken nicht hergeben und stellten sie auf ein Holzgerüst. Dort, wo die neue alte Kirche ohne Glocke aus Kleinwudicke hin soll.
Deutschlandfunk Kultur - Länderreport, 28. Oktober [Hören...]
SARAH GEHT WÄHLEN

85.000 Menschen mit Behinderung, die eine rechtliche Betreuung brauchen, durften bislang nicht an Wahlen teilnehmen. Doch 2019 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass sie nicht länger von dieser politischen Teilhabe ausgeschlossen werden dürfen. 2021 dürfen nun zum ersten Mal auch betreute geistig Behinderte mitentscheiden. Wir begleiten Sarah, 36, aus Berlin-Kreuzberg bei der Vorbereitung auf die Wahl. Und merken: Der Wahl-O-Mat ist nicht barrierefrei, es gibt ihn nicht in einfacher Sprache. Dabei sind Menschen mit geistigen Behinderungen selbstverständlich urteilsfähig und haben eine klare Haltung zu vielen Dingen – aber andere Zugänge Und auch spezielle Bedürfnisse – und damit spezielle Erwartungen an die Politik.
Deutschlandfunk Kultur - Die Reportage, 26. September [Hören...]